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Warum vegan?

31.10.2020

Unser Weg zum Veganismus

Ende 2018 entschieden wir uns für eine vegane Lebensweise. Gerne möchten wir euch erzählen, wie es dazu kam. Zuvor haben wir uns, wie viele Menschen die heute vegan leben, einige Zeit vegetarisch ernährt. Anfangs entschieden wir uns dazu, Fleisch und Wurst nur noch außer Haus zu konsumieren, da wir der Meinung waren, dass man diesen Produkten dort ohnehin nicht aus kommt. Inzwischen sehen wir das natürlich anders, aber damals hatten wir das, wahrscheinlich aufgrund Bequemlichkeit, so empfunden. Also kauften wir für uns Zuhause kein Fleisch und keine Wurst mehr. Das gab es nur noch, wenn wir in der Mittagspause oder in unserer Freizeit Essen gingen oder wenn wir bei Familie oder Freunden eingeladen waren. Vor allem in der Mittagspause wurde dann aber immer öfter aus einem Döner ein Käse-Sandwich oder aus einer Salami- eine Käse-Pizza. Wir wurden somit ganz von alleine immer mehr vegetarisch bis wir dann beschlossen haben, komplett – also auch auswärts – auf eine vegetarische Ernährung umzusteigen.

Doch die Erkenntnis, dass Fleisch oder zum Beispiel Käse zu konsumieren in vielerlei Hinsicht keinen großen Unterschied macht, lag nicht mehr fern. Immer wenn tierische Produkte verarbeitet werden, werden fühlende Lebewesen ausgebeutet, es schadet immer der Umwelt und es ist immer ungesund. Das mag jetzt für jemanden, der sich nicht vegan ernährt, hart klingen, aber wenn man ehrlich zu sich selbst ist, muss man sich das eingestehen. Den letzten Schubs, den wir offensichtlich gebraucht haben, bekamen wir dann auf einer öffentlichen Vorführung des Films Dominion (https://www.dominionmovement.com – Kostenlos verfügbar auf Vimeo und YouTube – Danke an Sally und Dan für das Engagement und die Inspiration face_blowing_a_kiss). Wir gingen nach Hause und schauten in unseren Kühlschrank, beschlossen noch alle tierischen Produkte aufzubrauchen, die da waren und es dann mit dieser veganen Ernährung zu probieren. Und dabei sind wir bis heute geblieben.

Drei Gründe für eine vegane Lebensweise

Es gibt viele Gründe die für eine vegane Lebensweise sprechen. Letztlich hat aber jeder Mensch andere Beweggründe und andere Prioritäten. Für uns war es eher der Umwelt-Aspekt, der uns über dieses Thema nachdenken ließ. Erst später erkannten wir, dass es aus unserer Sicht ethisch nicht vertretbar ist, wie wir mit fühlenden Lebewesen umgehen. Und dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringt, haben wir eigentlich erst richtig realisiert, als wir uns schon damit auseinandergesetzt haben und eigentlich schon auf dem Weg zum Veganismus waren.

1. Klima & Umwelt

Wir waren wirklich überrascht und sind es immer noch, wie schädlich tierische Lebensmittel für das Klima sind.

„Wer vegan lebt, reduziert seine Bilanz laut Poore um zwei Tonnen jährlich, bei ansonsten gleichbleibendem Lebensstil. Das entspricht, je nach Berechnungsgrundlage, in etwa acht Economy-Class-Flügen zwischen London und Berlin.“
Quelle: Spiegel

Laut einigen Veröffentlichungen, unter anderem von PETA, erzeugt die globale Tierwirtschaft weltweit betrachtet mehr Treibhausgase als der komplette Verkehrssektor.

Dazu kommt noch, dass riesige Flächen Regenwald gerodet werden, um Soja als Futtermittel für die Massentierhaltung anzubauen oder Flächen für die Tierhaltung selbst zu schaffen. Natürlich gibt es noch weitere Gründe für die Regenwald-Abholzung, wie man bei Utopia nachlesen kann. Die größten davon haben aber mit der Tierhaltung zu tun. Laut einem Artikel des Bayerischen Rundfunks verschwindet jede Minute Regenwald in einer Fläche von 30 Fußballfeldern.

Ein weiterer Einflussfaktor auf die Umwelt durch die Erzeugung tierischer Produkte ist der Wasserverbrauch. Die Albert Schweitzer Stiftung gibt an, dass Gemüse meist unter 500 Liter Wasser je Kilo verbraucht, wohingegen für ein Kilo Rindfleisch run 15.400 Liter benötigt werden.

2. Ethik

Aber auch wenn man die gesamten Umweltaspekte mal außen vor lässt: Wie rechtfertigen wir, was wir mit den Tieren machen? Schweine sind fühlende Lebewesen und intelligenter als Hunde. Dennoch ist es in unserer Kultur völlig normal, Schweine in viel zu engen Ställen oder gar im Kastenstand, zu halten, zu mästen und nach möglichst kurzer Zeit umzubringen. Würde man das mit einem Hund machen, wäre das Verständnis dafür in der Öffentlichkeit wohl eher gering.

Kastenstände sind übrigens immer noch gängige Praxis, obwohl eigentlich schon längst fest steht, dass sie nicht mit unseren Gesetzen vereinbar sind, so Greenpeace, PETA und viele weitere. Ein Schwein hat in einem konventionellen Betrieb gerade mal 0,75 m² Platz. In einem Bio-Betrieb sind es je nach Bio-Zertifizierung 0,8 – 1,2 m² und zusätzlich noch 0,6 – 1,0 m² Außenfläche. Wobei das Wort Außenfläche sich schöner anhört, als es in der Praxis oft aussieht. Der Unterschied zwischen konventioneller und Bio-Haltung ist also nur minimal. Zusätzlich sollte man bedenken, dass der Bio-Anteil in der Fleisch-Industrie bei unter 1 % liegt.
Und eines ist bei allen Haltungsformen gleich, das Tier wird am Ende seines kurzen Lebens umgebracht.

Schweine sollen hier jetzt allerdings nur als Beispiel dienen. Bei anderen Tieren wie Rindern oder Hühnchen sieht es nicht besser aus.

Wenn du noch nicht vegan lebst, frage dich selber: Wie kann man das rechtfertigen? Das alles nur für einen kurzen Moment des Genusses?

Und an dieser Stelle vielleicht nochmal ein Verweis auf den Film Dominion: Kostenlos verfügbar auf Vimeo und YouTube

3. Gesundheit

Eine vegane Ernährung sagt erstmal noch nichts darüber aus, ob sie gesünder oder ungesünder ist als eine mischköstliche Ernährungsweise. Auf jeden Fall werden schon mal ungesunde tierische Bestandteile weggelassen. Was wir hier eigentlich mit „veganer Ernährung“ meinen, ist eine „vollwertig pflanzliche“ Ernährung.

Sogar die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), welche eine der am stärksten von der Fleisch-Lobby beeinflussten Ernährungsgesellschaften weltweit ist, empfiehlt nicht mehr als 300 - 600 Gramm Fleisch und Fleischwaren, wie zum Beispiel Wurst, pro Woche zu essen. Viele Gesellschaften anderer Länder haben den Verzehr von Fleisch und anderen tierischen Produkten mittlerweile gänzlich aus ihren Verzehrempfehlungen gestrichen.

Inzwischen weiß man auch, dass verarbeitete Fleischprodukte krebserregend sind. Und das ist nicht mehr nur eine Vermutung, sondern es ist wissenschaftlich belegt und in die Gruppe 1 „krebserregend“ eingeordnet.

Auch von Milch weiß man eigentlich schon lange, dass sie Krebs verursacht. Dennoch können wir den Gedanken, dass Milch ja so gesund sei, wie es uns die Werbung einst verkaufte und das zum Teil auch immer noch tut, in unserer Gesellschaft nicht loswerden. Nebenbei gemerkt sind wir die einzige Spezies auf der Welt, die auch im Erwachsenen-Alter noch Muttermilch zu sich nimmt – und dann auch noch von einer fremden Spezies.

Krebs ist aber nicht das einzige Problem beim Konsum tierischer Lebensmittel. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Cholesterin und viele weitere sogenannte „Volkskrankheiten“ sind auf tierische Lebensmittel zurückzuführen.

Darüber hinaus hilft eine rein pflanzliche Ernährung nicht nur Krankheiten vorzubeugen, sondern macht stärker, fitter und beschleunigt die Regeneration. Nicht umsonst leben immer mehr Spitzensportler vegan.

Und nein, vegane Ernährung führt nicht zu einer Mangelernährung, ungesunde Ernährung führt zu einer Mangelernährung, egal ob vegan oder nicht. Sich mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen ist immer ratsam, schließlich ist es neben Luft und Wasser, das einzige was wir unserem Körper zuführen.

„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“
Hippokrates - Begründer der wissenschaftlichen Medizin

Fazit

Für uns war es aus vielerlei Hinsicht die beste Entscheidung. Wir sind gesünder, fitter, werden weniger krank und haben insgesamt ein besseres Körpergefühl.

Wir kochen vielfältiger denn je. Nein, die vegane Küche ist nicht eintönig und langweilig „weil man sich so einschränkt“, das Gegenteil ist der Fall. So bunt und abwechslungsreich wie Veganer typischerweise kochen, habe ich noch keinen Mischköstler kochen sehen. Das merkt man auch nicht zuletzt daran, dass man plötzlich viele neue Zutaten kennenlernt, die man vorher überhaupt nicht kannte.

Genuss ohne schlechtes Gewissen – wenn wir einem Tier in die Augen sehen, können wir guten Gewissens sagen, dass wir alles tun, keinem Lebewesen Leid zuzufügen.

Kochen macht uns wieder richtig Spaß und wir vermissen absolut nichts.

Wenn du nun neugierig geworden bist, versuch es doch einfach mal. Mach eine 30-Tage-Vegan-Challenge und schau was passiert.

Ganz Wichtig: Am schwierigsten sind die Gespräche mit Nicht-Veganern und nicht das vegan werden/sein an sich.
backhand_index_pointing_right Durchhalten und nicht unterkriegen lassen und wenn möglich, sich mit anderen Veganern austauschen.

Vielleicht fängst du auch erstmal mit einem kleinen Schritt an, zum Beispiel:

  • Pflanzenmilch statt Kuhmilch
  • Pflanzlicher Johgurt (zum Beispiel Hafer, Soja, …)
  • Gemüseaufstrich statt Wurst oder Käse
  • Veggie-Burger
  • Bewusst einkaufen und darauf achten keine tierischen Produkte zu kaufen (auch keine versteckten)

Teile deine Erfolge in sozialen Netzwerken und tagge uns oder verwende folgenden Hashtag: #VeganWeilNachhaltigVerstört

Solltest du dich noch weiter informieren wollen, können wir dir folgende Filme und Bücher empfehlen:

Filme:
  • Dominion
  • What the health
  • The Game Changers
  • Gabel statt Skalpell
  • Hope for All: Unsere Nahrung – Unsere Hoffnung

Diese Filme zum Thema Veganismus stehen bei uns noch auf der Watchlist:

  • Cowspiracy
  • Earthlings

Bücher:
  • Niko Rittenau: Vegan-Klischee ade!

Und diese Bücher warten aktuell schon bei uns Zuhause darauf gelesen zu werden oder wollen wir uns noch anschaffen:

  • Dr. Michael Greger: How not to die
  • Dr. Michael Greger: How not to diet
  • Melanie Joy: Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen
  • Jonathan Safran Foer: Tiere essen

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